Nach unserem Balkonkraftwerke-Schwerpunkt trafen sich die Photovoltaik- und Erneuerbare-Energien-Fans erneut zum Diskutieren und zum Erfahrungsaustausch.
Ein Erfahrungsbericht zum Umstieg auf eine Wärmepumpe:
Ein altes Haus, Erdgeschoss aus 1880, aufgestockt 1930. Bis 2024 war eine Gasheizung in Betrieb. Nach der ersten Gasversorgungskrise, dem Ukrainekrieg und einem Winter, in dem wir versucht haben, so wenig wie möglich zu heizen, kam die Idee einer modernen Heizung auf. Zudem neigte sich die alte Gastherme altersbedingt dem Ende zu. Wir haben uns daher mit der Erneuerung der Heizung beschäftigt.
Die Informationen im Internet zum Pro und Contra Wärmepumpe waren sehr unterschiedlich. Die anfänglichen Bedenken unsererseits waren: Das Haus muss komplett isoliert werden, auch das Dach, eine Wärmepumpe funktioniert nur vernünftig mit einer Fußbodenheizung, man muss alle Fenster wechseln und man benötigt eine PV-Anlage auf dem Dach, damit die Wärmepumpe mit kostengünstigem Strom betrieben werden kann.
Nachdem wir sowohl mit einem Energieberater als auch mit einem Heizungsbauer eine Hausbegehung gemacht hatten, entschieden wir uns für die Wärmepumpe.
Warum?: Es war KEINE Fassadenisolierung, KEINE neuen Fenster und auch KEINE Solaranlage notwendig. Es wurde nur die Wärmepumpe eingebaut. Natürlich sind weitere Maßnahmen zusätzlich sinnvoll, aber sie sind nicht Bedingung. Hier muss jeder selbst nach dem eigenen Geldbeutel und Zeithorizont entscheiden.
Zum Beispiel macht es Sinn, die Heizkörper mit neuen Thermostaten für den thermischen Abgleich auszustatten und gegebenenfalls in einem Raum mit großer Fläche den alten Heizkörper gegen einen 3-lagigen Heizkörper (Typ 33) zu tauschen.
Der Papierkram zu den Förderungen war zugegebenermaßen nicht ganz einfach, aber ein Energieberater unterstützte uns dabei. Man kann diese Arbeit auch komplett dem Energieberater übertragen. Die Förderung – je nach Nutzung der Immobilie und persönlichem Einkommen – kann bis zu 70 % betragen. Somit kann die Anschaffung einer Wärmepumpe durchaus attraktiv sein.
Wir haben nun den zweiten Winter hinter uns und den nächsten unmittelbar vor uns. Das Haus ist im Winter warm, wie früher auch. Das Gefühl, unabhängig von fossilen Brennstoffen und eventuellen geopolitischen Krisen zu sein, ist super. Die Betriebskosten sind niedriger als vorher. Ein Stromvertrag mit einem Anbieter für Strom aus erneuerbaren Energien verstärkt das gute Gefühl.
Grüne(s) Riegelsberg
