Ob sich die Erweiterung eines Balkonkraftwerks mit Speicherbatterie und Smart Meter (digitaler Messdatengeber mit Steuerungsfunktion) lohnt, hängt vor allem vom individuellen Stromverbrauch ab. Wirtschaftlich ist die Kombination nicht so eindeutig wie die Anschaffung eines Balkonkraftwerks selbst.
Ein typisches Balkonkraftwerk mit 900 – 2.000 Watt Peak Leistung (2 – 4 Module) kann 700 – 1.000 kwh Strom pro Jahr bringen (je nach Ausrichtung und Wetterlage bei 800 Watt gesetzlich erlaubter Hauseinspeisung). Wichtig ist, dass man den Strom dann verbraucht, wenn das Balkonkraftwerk Strom liefert.
Batteriespeicher: Wann lohnt er sich?
Der Speicher speichert überschüssigen Solarstrom tagsüber (dann wird geladen) und gibt ihn abends oder nachts wieder ins Haus ab.
Vorteile
- Höherer Eigenverbrauch
- Weniger ertragsfreie Einspeisung ins Netz
- Mehr Autarkie
- Besonders interessant bei hohem Abendverbrauch
- Speicherbatterien lassen sich kapazitiv zu Speicherpaketen erweitern
Nachteile
- Speicher sind noch relativ teuer (ca. 500 Euro für bis zu 2.000 Wh)
- Verluste beim Laden und Entladen
- In ertragsschwachen Jahreszeiten bleiben Ladekapazitäten ungenutzt
- Begrenzte Lebensdauer (die Hersteller geben meist ca. 10 Jahre und ca. 6000 Zyklen an)
Deshalb sind kleine Speicher (zwischen 1600 und 2000 Wh) am Balkonkraftwerk oft wirtschaftlich attraktiver als große und damit teurere Speicher.
Ein Speicher ist sinnvoll, wenn:
- man tagsüber wenig zuhause ist und dadurch wenig Strombedarf anliegt,
- viel Verbrauch in den Abendstunden vorhanden ist,
- Strompreise hoch sind,
- der Speicher günstig ist,
- das Balkonkraftwerk regelmäßig Überschüsse produziert bzw. viel Strom anliegt aber nicht verbraucht wird.
Smart Meter bzw. aktives Strommanagement
Er kann sinnvoll sein, da dadurch der Batteriespeicher effizienter arbeitet. Der digitale Stromzähler bzw. der Smart Meter allein bringt keine Einsparungen. Nur wenn man einen dynamischen Stromvertrag hat, sind Einsparungen ohne Speicher möglich.
Gekoppelt mit dem Batteriespeicher entfaltet sich aber das Potenzial. In erster Linie dient der Smart Meter der Strombedarfs-/verbrauchsmessung und der Kommunikation mit dem Speicher. Bei einem Balkonkraftwerk mit Speicher kann dadurch die Eigenverbrauchsquote erhöht werden. Das Gerät wird im Sicherungskasten angeschlossen (ist meist so groß wie eine Sicherung) und ist über W-LAN und eine Handy-App mit dem Batteriespeicher verbunden. Smart Meter und Speicher tauschen dann Messdaten aus. Bei Bedarf erfolgt die Aufladung bzw. Entladung des Speichers, je nachdem ob Strom im Haus benötigt wird.
Ein Smart Meter Energiemanagement kombiniert mit Speicher:
- Steuert gezielt den Batteriespeicher (lädt wenn sinnvoll und gibt bei Bedarf Strom ins Hausnetz ab),
- Kann den Strombezug aus dem Netz deutlich reduzieren.
Ein Smart Meter kostet zwischen 70 und 150 Euro. Er sollte nur von einem Elektriker verbaut werden.
Wann lohnt sich die Erweiterung des Balkonkraftwerks?
Rein wirtschaftlich (also von der Amortisationszeit bzw. Rendite her) betrachtet, hat das Balkonkraftwerk alleine die schnellste Amortisation. Ein Speicher kann die Eigenverbrauchsquote aber deutlich erhöhen, rechnet sich aber häufig erst bei günstigen Batteriepreisen und hohem Abend- bzw. Nachtverbrauch. Ein Smart Meter steuert in Kombination mit dem Speicher die Solarstromeinspeisung nach Bedarf. Er ist also ebenfalls eine Ergänzung, um mehr Nutzen aus dem Balkonkraftwerk rauszuholen. Unser Fazit: Wenn Batteriespeicher, dann in Kombination mit einem Smart Meter.
Grüne(s) Riegelsberg
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