Auf einer kleinen Insel, die sich zwischen Köllerbach-Etzenhofen und Riegelsberg-Walpershofen im Zug der Renaturierung des Köllerbachs gebildet hatte, baute vermutlich eine ganze Biberfamilie eine kleine Biberburg. Seit dem Frühjahr 2016 ist die Burg verlassen und man sah nur noch vereinzelte Aktivitäten des Bibers am Bachlauf. Spaziergänger die täglich am Köllerbach unterwegs sind und das Tier auch gefilmt haben, berichten, dass sie seit Wochen keinerlei Spuren des Bibers feststellen.
Auf einer Exkursion am Bachlauf entlang, haben die Riegelsberger Grünen, den Naturschutzbeauftragten von Riegelsberg/Walpershofen Alban Alt nach den Gründen gefragt, warum der Biber jetzt nicht mehr zu sehen ist?
Dazu sagt Alban Alt:
„Warum das Verschwinden kurz nach der Ansiedlung der Ungarischen Steppenrinder stattfand ist nicht nachweislich geklärt. Der Biber hat keine Angst vor Huftieren wie Steppenrinder oder Wasserbüffel. Was ihm vermutlich nicht gefällt ist die Tatsache, dass die Wiederkäuer ihm die im Uferbereich wachsenden Kräuter und Gräser wegfressen. Rinder und Büffel einerseits, sowie Biber andererseits sind als Pflanzenfresser Nahrungskonkurrenten. Die wanderlustigen Tiere legen ca. 20 km am Tag zurück um Nahrung zu finden und wenn das Tier, wie einige im Tal behaupten, dabei stets mit einem Elektrozaun in Berührung kommt, werden sie diese Stellen meiden“.
Gerne würde man als Naturbeobachter den Bibern bei ihrer nützlichen Arbeit zusehen, denn schließlich war der Biber vor langer Zeit im Tal ein wichtiges Glied in der Lebensgemeinschaft der Köllerbachaue.
Biberfreunde überlegen, wie man die Biber wieder dauerhaft auch ins obere Tal bringen könnte, gerade weil der Köllerbach so einladend für den Nager renaturiert wurde. Deshalb sollten Freunde der Beweidungsmaßnahmen und Biberfreunde zusammenarbeiten, denn nur so wird ein „Naturnahes Köllertal“ ein wirklicher Erfolg.