Erinnern – Gedenken – Mahnen

Stolpersteine erinnern heute an die grausamen Verbrechen und das unsägliche Leid, das auch damaligen Riegelsberger Mitbürgern widerfuhr.

Schülerinnen und Schüler der Leonardo-Da-Vinci-Gemeinschaftsschule haben auch in diesem Jahr die Stolpersteine gereinigt, damit die Namen der ehemals Verfolgten wieder gut lesbar sind und nicht in Vergessenheit geraten. Damit setzen sie auch ein klares Zeichen gegen rechts.

 

Am 9. November 2018 jährt sich die Reichsprogromnacht zum 80. Mal (der Begriff „Pogrom“ stammt aus dem Russischen und bedeutet eine „gewalttätige Ausschreitung gegen bestimmte Minderheiten“).

Der Leidensweg der Juden begann 1933 mit der Machtübernahme Adolf Hitlers durch die judenfeindliche Politik der deutschen nationalsozialistischen Regierung.

Jedes Jahr am 9. November gedachte die NSDAP mit einem Marsch auf die Feldherrnhalle in München dem missglückten Hitler-Putsch von 1923. Nach dem Marsch am 9. November 1938 kamen im Münchener Rathaussaal die Spitzen der NSDAP zusammen. Am späten Abend erreichte sie die Nachricht vom Tode Ernst vom Raths, der an den Folgen eines Attentats gestorben war. Joseph Goebbels (Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda) hielt eine antisemitische Hetzrede, in der er Rache und Vergeltung forderte. 

In dieser Nacht wurden Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte zerstört, Juden aus ihren Wohnungen geholt, misshandelt, bedroht sowie verhaftet. Mehr als 400 Juden fanden in der Novembernacht den Tod – durch die Hand der Nazis, oder wurden in den Tod getrieben. Etwa 30.000 Juden wurden in den Folgetagen verhaftet und in Konzentrationslager gebracht.

Der 9. November sei der Höhepunkt des Schreckens gewesen dachten viele – doch es war erst der Anfang. 

Bis 1945 wurden ca. sechs Millionen Juden durch die Schergen des Nazi-Regimes getötet. Aber nicht nur Juden, auch Sinti, Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Euthanasie-Opfer verschwanden in Konzentrationslager. All diese Menschen wurden deportiert, vergast, erschossen, gehenkt oder zu Tode gefoltert.

Stolpersteine erinnern heute an die grausamen Verbrechen und das unsägliche Leid, das auch damaligen Riegelsberger Mitbürgern widerfuhr.

 

Die Riegelsberger Grünen würdigen das Engagement der Schülerinnen und Schüler, die mit dieser Aktion die Erinnerung wachhalten und mahnen.