Ein gutes neues Jahr?

Es waren sicher nachdenkliche Weihnachten für uns alle und auch der Jahresanfang war für viele von uns nicht so ausgelassen wie sonst – mit dem im Hinterkopf, was in der Welt gerade vor sich geht. Kinder, die eine Schule besuchen, werden dort getötet und ihre Lehrer, die versuchen, sie zu beschützen, werden ebenfalls getötet. In den Medien reißen die Nachrichten über Taliban, Al Kaida, IS etc. nicht ab. Es ist kaum fassbar, wozu eigentlich zivilisierte Menschen fähig sind!

51 Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Krieg und ethnischer Vertreibung; sie fliehen wegen politischer, religiöser oder geschlechtsspezifischer Verfolgung, wegen Menschenrechtsverletzungen und Unterdrückung.

In Dresden gingen Tausende auf die Straße, um gegen die Islamisierung des Abendlandes zu demonstrieren, wobei es in Deutschland gerade einmal 5 % Muslime gibt. Wenn man sich die Zahlen betrachtet, sind es ein paar wenige Flüchtlinge, die es bis nach Deutschland schaffen. In Riegelsberg haben einige von ihnen Zuflucht gefunden.

Über Parteigrenzen hinweg bemühen sich Menschen, den Flüchtlingen zu helfen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Das Entsetzliche, was sie erlebt haben, werden sie wohl nie vergessen können.

Leider gibt es auch fremdenfeindliche Meinungen in Deutschland, aber die Mehrheit in unserem Land denkt anders. Gerade wir Deutschen wissen, wozu Fremdenhass, Intoleranz und Ausgrenzung führen können.

Wir, die Grünen in Riegelsberg, begrüßen daher, dass sich Bürger entschlossen haben, ein „Aktionsbündnis Stolpersteine“ ins Leben zu rufen. Pflastersteine mit einer auf der Oberseite individuell beschrifteten Messingplatte werden niveaugleich in das Pflaster des Gehweges – vor den Häusern, der einst in Riegelsberg wohnenden Mitbürger –  eingelassen. Sie sollen an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Wir, die Grünen in Riegelsberg bitten alle Riegelsberger diese Aktion zu unterstützen und damit ein Zeichen zu setzen!

Solange es offene und tolerante Menschen gibt, die anderen helfen, egal, woher sie kommen, welcher Religion sie angehören oder welche Hautfarbe sie haben, wenn demokratisches Denken und Handeln, Offenheit und Toleranz unseren Alltag prägen, solange hat Mitmenschlichkeit eine Mehrheit in unserer Gesellschaft. Solange besteht die Hoffnung, dass es sicher ein gutes 2015 für uns alle werden wird.

H. Jürgen Marowsky

 

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