Bedenken der Grünen in Riegelsberg zum Bebauungsplan „Neugestaltung des Vorplatzes der Riegelsberghalle“

Anbei unser Schreiben an die Gemeinde Riegelsberg vom 12.03.2004:

Sehr geehrte Damen und Herren,

die GRÜNEN in Riegelsberg haben erhebliche Bedenken zur Neugestaltung des Riegelsberghallenvorplatzes.

UVP Vorprüfung:

Das Vorhaben beinhaltet den Bau eines Einkaufszentrums in der Größenordnung zwischen 1200 qm bis 5000 qm. Dies ist ein erheblicher Größenunterschied in der neuzuschaffenden Verkaufsfläche. Wie viel Verkaufsfläche wird letztendlich neu entstehen?

Städtebauliches Umfeld:

Durch die Ausgestaltung des Planbereiches ergeben sich für Riegelsberg sehr wohl negative Auswirkungen auf die städtebauliche Struktur. Durch die massive neuzuschaffende Geschäftsfläche wird der Marktplatz im Ortskern und die Geschäfte am Stumpen erheblich an Attraktivität verlieren und es wird zu einem sterben vieler kleinen Geschäften führen.

Verkehrssituation:

Die Bundesstraße B 268 ist heute mit einem höheren Verkehrsaufkommen belastet als dies in der Verkehrsmengenkarte 1995 ausgewiesen. In diesem Gutachten geht man „lediglich“ von ca. 15950 Fahrzeugen/24h aus. Bei den Berechnungen zum Saarbahnbau durch Riegelsberg über die B 268 wurden schon 20.000 Fahrzeuge/24h errechnet.

Daher ist verwunderlich, dass man auf Zahlen aus dem Jahre 1995 zurückgreift, die mittlerweile bereits 9 Jahre alt sind. Will man das Verkehrsgutachten zur Anbindung der Alleestraße an die Saarbrücker Str. so schön rechnen?

Die Alleestraße erschließt das angrenzende Wohngebiet (Überhofer Hang). Schon heute, also ohne den neuen Verkehr, der durch die Verkaufsmärkte und Geschäfte erzeugt werden wird, ist ein Aus- und Einfahren in die Saarbrücker Str. eine sehr zeitaufwendige und gefährliche Angelegenheit. Viele ortskundigen Bürger nutzen die Schleichwege durch die angrenzenden Wohngebiete zum Leidwesen der an dieser Strecke wohnenden Bürger. Dieser Verkehr wird nach dem Bau nach erheblich zunehmen.

Nach dem Bau der Saarbahnstrecke durch Riegelsberg kommt erschwerend hinzu, dass wegen Platzmangels in der Saarbrücker Str. eine Rechtsabbiegerspur von der Saarbrücker Str. in die Alleestraße leider nicht vorhanden ist.

Dies hat zur Folge, dass bei Vorbeifahrt einer Saarbahn in beiden Fahrtrichtungen auch der geradeausfahrende MIV auf der Saarbrücker Str. in Fahrtrichtung Saarbrücken gesperrt werden muss, obwohl für diese beiden Verkehrsströme kein direkter Konfliktpunkt besteht. Die dadurch verlorene Zeit bei der Ampelsteuerung wirkt sich natürlich sehr stark auf die Leistungsfähigkeit in der Anbindung der Alleestraße aus.

Diese Überlegungen haben die Geschäftsführung der real-Warenhausgruppe veranlasst, eine angestrebte Verkaufsfläche auf dem Riegelsberghallenvorplatz nicht zurealisieren, da wörtlich zitiert „Das sie diesen Standort als verkehrsmäßig zu brisant erachten würden.“ (Antwortschreiben vom 28.01.2004 auf eine Anfrage an die Geschäftsführung).

Bei dem Neubau einer so großen Marktfläche auf dem Riegelsberghallenvorplatzes werden die umliegenden Wohngebiete erheblich mehr belastet und es wird zu einem Verkehrschaos besonders in den Spitzenzeiten in der Alleestraße kommen.

Boden:

Nach Aussagen der älteren Bevölkerung in Riegelsberg handelt es sich im Bereich des Platzes um eine ehemalige Mülldeponie. Dies wurde mehrfach auch in Leserbriefen in der SZ so geschildert! Auch wurde dieser Tatbestand durch das Gemeinderatsmitglied Warken (CDU) in der letzten Gemeinderatssitzung (09.02.2004) so geäußert. Nach unserer Meinung müsste, bevor eine Baugenehmigung erteilt wird, durch umfangreiche Probebohrungen diesem Hinweis nachgegangen werden. Oder soll der Steuerzahler bei dem späteren Bau für die zusätzliche Kosten aufkommen?

Verkehr:

Die Aussage „Die Lindenstraße wird von dem Vorhaben nicht tangiert“ und „Die Erschließung des Inneren Platzbereiches erfolgt über Ein/Ausfahrt Alleestraße“ ist so nicht zu akzeptieren! Die Straßenanbindung des Riegelsberghallenvorplatzes an die Lindestraße wird auf jeden Fall erhalten bleiben.

Dies ist eine Forderung der freiwilligen Feuerwehr, damit die Mitglieder das Gerätehaus in der Alleestraße im Einsatzfall schnell erreichen können. Diesen Weg werden sicherlich auch viele Käufer des neuen Einkaufszentrums wählen und so einen starken zusätzlichen Verkehr in der Lindenstraße erzeugen.

Die Lindenstraße ist eine Tempo 30 Km/h Zone mit engen Straßenraum. Dort befindet sich auch die Grund- und Gesamtschule Riegelsberg . Schon bei heutigem Verkehr besteht in dieser Straße ein erhebliches Umfallpotenzial.

Ein Ausweiten von Verkehrs in dieser Straße wäre unverantwortbar. Die betroffenen Anwohner dieser Straße werden wohl für eine Zunahme des Verkehres auch kein Verständnis haben.

Städtebau:

Auch durch eine lockere Bebauung des Riegelsberghallenvorplatzes würde eine Schließung der Siedlungslücke erreicht. Dadurch bliebe genügend Parkraum auf dem Platz für Veranstaltungen erhalten. Eine Begrünung würde sicherlich den Ortskern und den Platz aufwerten.

Bei all diesen Maßnahmen wäre es aber ebenso notwendig, eine Bodenanalyse durchzuführen.

Zentralörtliches System:

Dem Verfasser der Begründung des Bebauungsplanes ist wahrscheinlich nicht bekannt, das in Riegelsberg schon etliche ehemalige Geschäfte im Ort durch Aufgabe in Folge zu geringen Umsatzes aufgegeben haben und leer stehen (EDEKA MARKT, Modegeschäfte, Friseure, Elektrogeschäfte usw.). Die Behauptung, „Riegelsberg kann sich unter dem Aspekt der Nahbereichsversorgung gegenüber den beiden starken benachbarter Zentren nicht behaupten“ entbehrt jeder Aussage.

Lärmemissionen:

Der Zeitpunkt der Warenanlieferungen wird zur Wahrung der Nachtruhe zeitlich auf den Zeitraum von 6-20 Uhr begrenzt. Diese Anordnung ist reines Wunschdenken. Leidtragende werden die Bürger sein, die ihrer Nachtruhe beraubt werden. Was nützt es, wenn der Bürger aus der Nachtruhe gerissen wurde und anschließend Recht bekommt, dass zu dieser Zeit kein LKW hätte anliefern dürfen.

Zusammenfassung:

Die Bebauung des Riegelsberghallenvorplatzes in dieser Form hat für die Riegelsberger Bevölkerung keine Vorteile, sondern viele Nachteile. Wir hoffen, dass unsere Einwendungen ernst genommen werden und bei der Rechtsfindung berücksichtigt werden.

Mit freundlichen Grüssen

Ralf Waschburger, Ortsverbandsvorsitzender

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